Mutig… und explosiv!

Der Start in die neue Saison wirft allmählich seine Schatten voraus, sodass auch der endgültige Kader von Eintracht Frankfurt zunehmend an Kontur gewinnt. Während die Einkaufsseite der allgemeinen Sprachregelung nach (abgesehen von dem von Trainer Kovac heiß ersehnten Innenverteidiger) offiziell als “so gut wie abgeschlossen” gilt, arbeitet man in diesen Tagen daran, noch “zwei bis drei” Spieler abzugeben. Nachdem die Frankfurter Rundschau sich schon mit mehreren Wechselkandidaten beschäftigt hat, sickert inzwischen durch, dass es mit dem laut Bild angeblich bevorstehenden Wechsel von Aigner zu seinem Heimatverein 1860 München eine ziemliche Überraschung geben könnte. 

Natürlich verlief Aigners vergangene Spielzeit über weite Strecken enttäuschend, obgleich er die Eintracht im Endspurt der regulären Saison mit wichtigen Treffern am Leben hielt. Der Bayer kann spätestens seit dieser Zeit gleich in mehrfacher Hinsicht als menschgewordene Herz-Lungen-Maschine bezeichnet werden; mit seiner ausdauernden und kämpferischen Spielweise, seinen Toren, aber auch seiner authentischen Art hat sich “Aiges” zu einem Publikumsliebling gemausert. 
Abgesehen davon, dass es einem arabisch vorkommen muss, wie 1860 die im Raum stehende Ablösesumme zwischen 3-4 Mio Euro stemmen will, scheint es zudem merkwürdig, dass die Eintracht so nicht nur einen ihrer besten Scorer, sondern auch den neben Blum einzigen echten Flügelstürmer hergäbe, auch wenn der Transfer wirtschaftlich durchaus Sinn machen würde: da Aigners Vertrag unlängst verlängert wurde und wohl keine Ausstiegsklausel beinhaltet, wäre ein ordentlicher Preis auf dem Weg zum anvisierten Transferüberschuss zu erzielen. Kovac’s Äußerung im Kicker, er sehe den Neuverpflichtungen Mascarell als “Achter” könnte zudem darauf schließen lassen, dass die Eintracht diese Saison statt mit den lange üblichen echten Flügelspielern in diesem Jahr mit einer Raute, also zwei Halbpositionen spielen könnte.
Sollte es so kommen, kann man Fredi Bobic’s Kaderpolitik inzwischen mehr denn je das Prädikat “mutig” verleihen. Dass man im Einkauf ausschließlich auf unbeschriebene Blätter/ Wundertüten setzt, ist da nur ein Aspekt. Zu Denken gibt auch, dass man gleich mehrere junge deutsche Nachwuchskräfte hat ziehen lassen (müssen). Dass man nach den Vetos bei Meier, Abraham und Hradecky neben dem Abgang von Zambrano nun aber doch noch eine verhältnismäßig heilige Kuh opfert, schreit hingegen gleich nach einem weiteren Prädikat: “gefährlich”.
Denn die vom Boulevard bereits in den Raum gestellten babylonischen Zustände angesichts der – je nach Sichtweise- bis zu 16 Nationen im Kader, der Talentausverkauf, die unbeschriebenen Blätter, die (potenziellen) Verkäufe von Aigner und Zambrano… diese Punkte scheinen augenblicklich doch ziemlich viel Angriffsfläche zu bieten, sollte sich das komplett umgekrempelte Team in den ersten Wochen der Saison erwartungsgemäss schwer tun. 

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